Kontext des Films "Liebe 47"

Die Erstellung des ersten Spielfilmes der Filmaufbau GmbH Göttingen erwies sich als schwieriger als vermutet. Zum einen wollten die Gründer der Filmaufbau GmbH, Hans Abich und Rolf Thiele, gerne mit Wolfgang Liebeneiner zusammenarbeiten, der jedoch als ehemaliger Leiter der Reichsfilmakademie zunächst nicht arbeiten durfte. Zum anderen musste ein Stoff für den Film gefunden werden, dessen Drehbuch die Vorzensur der britischen Film Section passieren würde. Was das Problem mit Liebeneiner betraf, so fanden sich einflussreiche Fürsprecher, u.a. die jüdische Theaterintendantin Ida Ehre, die für seine "Entnazifizierung" sorgen konnten. Die Suche nach einem Stoff kostete indes mehr Zeit. Erst das dritte eingereichte Drehbuch wurde von der Film Section zugelassen.
Die Dreharbeiten zu "Liebe 47" begannen im August 1948 unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner, der das zugrundeliegende Theaterstück "Draussen vor der Tür" von Wolfgang Borchert schon an den "Hamburger Kammerspielen" inszeniert hatte. Technische, personelle und organisatorische Probleme verzögerten die Dreharbeiten beträchtlich. So mussten durch den Ausfall wichtiger Geräte aufwendige Einzelbearbeitungen im Schneideraum durchgeführt werden, um beispielsweise Probleme beim Gleichlauf von Film und Ton im Nachhinein zu beheben. Auch der Mangel an Fachpersonal zu jener Zeit trug dazu bei, dass der Produktionsetat um 10% und die geplante Drehzeit um 4 Wochen überschritten wurden. Daher musste der Termin für die Uraufführung vom 31.12.1948 letztendlich auf den 07.03.1949 verlegt werden.