Kontext des Films "Das Fräulein und der Vagabund"

Die Dreharbeiten zu diesem Film begannen im April 1949, nachdem Rolf Meyer bereits Ende Mai 1947 versucht hatte, ihn als ersten Film der JFU zu realisieren. Damals scheiterte das Drehbuch jedoch an der Vorzensur durch die britische Film Section, da der Film eskapistische Tendenzen aufwies und wohl auch nicht den damaligen Moralvorstellungen entsprach. Nachdem die Aufgaben der Film Section auf die "Freiwillige Selbstkontrolle der deutsche Filmwirtschaft" (FSK) übergegangen war, wurde der Stoff jedoch von Meyer umgesetzt. An diesem Film arbeiteten, von den Drehbuchautoren Rolf Meyer und Ernst Keienburg abgesehen, vom Regisseur bis zu den Hauptdarstellern nur Nachwuchskräfte. "Das Fräulein und der Vagabund" wird mit 350.000 DM daher zwar der billigste Film der JFU, spielt jedoch mit 110.000 DM auch das niedrigste Ergebnis in der Firmengeschichte ein. Der Film lief am 1.11.1949 an, nachdem er am 28.10.1949 die Kontrolle durch die FSK ohne Schnittauflagen passiert hatte. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Institutionen beurteilten den Film jedoch anders. Die katholische Kirche riet in ihrem "Filmdienst" vom Besuch des Films ab, die evangelische Kirche sprach sich ebenfalls gegen ihn aus und die Regierung des Saarlandes untersagte gar seine öffentliche Aufführung auf ihrem Hoheitsgebiet. Obwohl nichts daraufhinweist, dass der Film ohne diese Eingriffe ein Publikumserfolg geworden wäre, so haben sie doch zumindest dazu beigetragen, dass der Film zum grössten finanziellen Misserfolg für die JFU wurde.