Der Verein wird bereits 1922 gegründet, anknüpfend an die sozialdemokratische Losung "Die Kunst dem Volke". 1933 wird die Organisation von den Nationalsozialisten verboten, 1949 neu g egründet. Die Volksbühne versteht sich als Theaterbesucher-Organisation, die die kulturellen und kulturpolitischen Interessen derjenigen vertritt, die vom bildungsbürgerlichen Kulturbetrieb nicht erreicht werden bzw. sich diesen nicht leisten können. Zeitweise hat die Volksbühne Hannover über 20.000 Mitglieder und übt einen beträchtlichen kulturpolitischen Einfluss aus. Die von ihr herausgegebene Zeitschrift "theater" wird zu einem streitbaren Forum für das kulturelle Leben in Hannover.
In den frühen 70er Jahren beginnt die Kooperation mit dem Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH, die ein von der Volksbühne entwickeltes, EDV-gestütztes Kartenvermittlungssystem übernimmt. In der Folgezeit nimmt die Mitgliederbindung der Volksbühne ab, ein Vorgang, der auch im Kontext des allgemeinen Modernisierungs- und Invidualisierungsprozesses zu sehen ist. Zum Ende der Spielzeit 1994/95 wird die Herausgabe der "theater"-Mitteilungen eingestellt, zwei Jahre später die Geschäftsstelle aufgegeben.

Der Geschäftsnachlass der Volksbühne Hannover (1949-1995) umfasst ca. 300 Archiveinheiten, in denen programmatische Diskussionen, kulturpolitische Aktivitäten, sowie die Verwaltung von Verein und Geschäftsstelle dokumentiert sind. Darüber hinaus stehen die komplett erschlossenen Artikel der Vereinszeitschrift zur Verfügung. Der Bestand ist durch eine Datenbank und ein Findverzeichnis erschlossen.