Kontext des Films "Buddenbrooks"

Der Zweitteiler entstand nach dem nobelpreisgekrönten Roman von Thomas Mann, dessen ausdrücklicher Wunsch es war, dass die Verfilmung seines Romanes ein gesamtdeutsches Projekt sein sollte. Die in der DDR ansässige Defa hatte daher bereits 1954 versucht, das Vorhaben mit einer Produktionsfirma und einem Verleihunternehmen aus einer der Westzonen umzusetzen. Damals wurde jedoch der Antrag jener Produktionsfirma auf Zusammenarbeit mit der Defa durch das Bundeswirtschaftsministerium abgelehnt, mit dem Hinweis auf eine mögliche kommunistische Infiltration durch die Defa. Als die Filmaufbau GmbH Anfang 1956 der Defa von sich aus eine Kooperation anbot, geschah dies mit dem Vorsatz, um diese Erlaubnis erst gar nicht zu bitten. Leider erwies sich diese Haltung als problematisch, denn die Suche nach Geldgebern war ohne eine Tolerierung des Projektes seitens der Bundesregierung zum Scheitern verurteilt. Die Filmaufbau GmbH bemühte sich daher doch noch um die Zustimmung der Bundesregierung, die die Koproduktion jedoch erwartungsgemäss aus politischen Gründen ablehnte. Der Anfang Februar 1956 geschlossene Vertrag zwischen der Filmaufbau GmbH Göttingen, der Defa und den Erben des im August 1955 verstorbenen Autors über die Vergabe der Verfilmungsrechte und der später geschlossene Kooperationsvertrag zwischen der Defa und der Filmaufbau GmbH wurden daraufhin einvernehmlich gelöst, die Verfilmungsrechte entgegen des Wunsches des Autors zweimal vergeben. Abgesehen von diesen unschönen politischen Querelen stellt diese Verfilmung der Filmaufbau GmbH Göttingen noch eine weitere Besonderheit dar: Nach erfolgreichen Zusammenarbeiten bei vorherigen Verfilmungen nach Werken Thomas Manns (u.a. "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull") erneut seine Tochter Erika Mann zur Mitarbeit am Drehbuch gewonnen werden. Kurz vor Produktionsbeginn erkrankte dann noch der für die Regie vorgesehene Alfred Braun, so dass ein Ersatzmann gefunden werden musste. Zum Glück fand sich dieser in Alfred Weidemann und die Dreharbeiten konnten am 18.06.1959 beginnen. Die Uraufführungen fanden schliesslich am 11.11.1959 in Lübeck und am 20.11.1959 statt.