Filmaufbau GmbH Göttingen

Die Filmproduktionsfirma entsteht im Jahre 1946, ihr Name ist Programm: Die Gründer Hans Abich und Rolf Thiele setzen sich zum Ziel, in einer Zeit der materiellen und geistigen Trümmer zum Neuaufbau der Kultur in Deutschland beizutragen. Nach einer schwierigen Anlaufzeit wird der erste Film "Liebe 47" (nach Borcherts "Draussen vor der Tür") fertiggestellt, es folgen u.a. "Nachtwache", "Es kommt ein Tag", "Primanerinnen". Bald erwirbt sich die Filmaufbau GmbH den Ruf, ein Hort des problemorientierten Spielfilms der 50er Jahre zu sein. Thomas Mann - Verfilmungen (u.a. "Buddenbrooks") und Gesellschaftssatiren (z.B. "Wir Wunderkinder") verschaffen der Filmfirma ein beachtliches Renommee. Im Zusammenhang der sinkenden Zuschauerzahlen in den Kinos reduziert die Filmaufbau ihre Produktionstätigkeit und siedelt im Jahre 1960 von Göttingen nach München über. In den 60er und 70er Jahren entstehen noch einige Coproduktionen wie "Tonio Kröger" und die Böll - Verfilmung "Ansichten eines Clowns".

Der Geschäftsnachlass der Filmaufbau umfasst in über 500 Archiveinheiten Produktions- und Auswertungsunterlagen zu den zahlreichen Spielfilmen sowie zu den Kurz- und Dokumentarfilmen. Hervorzuheben sind neben interessanten Schriftwechseln, u.a. mit Mitgliedern der Familie Mann, die Drehbücher und zahlreichen grossformatigen Fotoalben mit Stand- und Setfotos und Portraitaufnahmen der mitwirkenden Schauspieler. Für die wissenschaftliche Forschung stehen zudem einige Filmkopien zur Verfügung. Der Nachlass ist sowohl über ein Findbuch als auch über eine Datenbank erschlossen.